Characiformes, Hepsetidae, Ctenoluciidae, Characdae, Serrasalmidae, Gasteropeleidae, Lebiasinidae, Alestidae, Curimatidae

Die Salmlerartigen (Characiformes), auch Salmler oder Salmlerfische genannt, sind eine Ordnung der Knochenfische. Sie umfasst etwa unter ande­ren die Piranhas und Neonsalmler. Je nach Autor unter­schei­den sich die Zuordnungen. Man zählt über 30 Gattungen und etwa 220 Arten in Afrika und mehr als 210 Gattungen mit 1400 Arten in Amerika. Einige Arten wer­den als Speisefische genutzt, viele Arten sind auf­grund ihrer Farbenpracht beliebte Süßwasserzierfische.salmler-Pristella maxillaris

Verbreitung

Die Salmlerartigen kom­men in tro­pi­schen Seen und Flüssen in Südamerika, Zentralamerika und in Afrika süd­lich der Sahara und im Nil (etwa 210 Arten) vor. Dieses Verbreitungsmuster legt nahe, dass sie sich wäh­rend der Kreidezeit diver­si­fi­ziert haben.

Merkmale

Die Ordnung der Salmlerartigen ist viel­ge­stal­tig, die meis­ten Arten sind aber von bar­ben­ar­ti­ger Gestalt, aal­ähn­lich lang­ge­streckte Formen oder abge­flachte Bodenbewohner feh­len jedoch. Die Salmlerartigen Amerikas haben viel­fäl­ti­gere Körperformen her­vor­ge­bracht als die afri­ka­ni­schen Salmler. Wie alle Ostariophysi sind die Salmlerartigen ins­be­son­dere durch den Weberschen Apparat, der hier ein­fach gebaut ist, und eine Reihe knöch­ri­ger Strukturen zwi­schen Schwimmblase und dem inne­ren Ohr gekenn­zeich­net. Kennzeichen der meis­ten Characiformes sind eine kleine Fettflosse zwi­schen Rückenflosse und Schwanzflosse sowie der Besitz von kräf­ti­gen Zähnen. Die Bezahnung im Oberkiefer liegt nor­ma­ler­weise auf dem Prämaxillare. DasMaxillare ist meist nicht oder nur schwach bezahnt. Weiterhin kön­nen das Pterygoid und Palatinum bezahnt sein. Die Kieferzähne sind mehr­spit­zig. Bei den Breitlingssalmlern (Curimatidae) feh­len die Zähne im Alter. Der Oberkiefer ist nicht voll­stän­dig vor­stülp­bar, Ausnahmen sind die Keulensalmler (Hemiodontidae) und die Barbensalmler (Prochilodontidae). Schlundzähne sind nor­ma­ler­weise vor­han­den, aber nur bei den Engmaulsalmler(Anostomidae) ähn­lich spe­zia­li­siert wie bei den Karpfenartigen (Cypriniformes). Barteln feh­len, die Anzahl der Branchiostegalstrahlen liegt bei drei bis fünf.

Der Körper ist nor­ma­ler­weise mit Kammschuppen oder kamm­schup­pen­ähn­li­chen Schuppen bedeckt, der Kopf ist unbe­schuppt. Schuppen feh­len nur bei der süd­lichs­ten Art Gymnocharacinus ber­gii, die auch keine Fettflosse hat. Die Bauchflossen wer­den von fünf bis zwölf Flossenstrahlen gestützt, die Schwanzflosse hat nor­ma­ler­weise 19 Hauptflossenstrahlen. Die Afterflosse ist kurz oder gemä­ßigt lang, mit weni­ger als 45 Flossenstrahlen. salmler-Gnathocharax-steindachneriAlle Flossenstrahlen sind Weichstrahlen. Bei den Männchen kön­nen die Flossenstrahlen der After- und Bauchflossen kleine Häkchen auf­wei­sen. Die erste Hypuralia ist durch eine Lücke vom Wirbelkörper getrennt. Eine sol­che Lücke fehlt bei den meis­ten ande­ren nie­de­ren Teleostei. Die Seitenlinie ist manch­mal unvoll­stän­dig. Salmlerartige sind Physostomen, die zwei­ge­teilte Schwimmblase steht mit dem Darm in Verbindung. Sie dient eini­gen Raubsalmlern (Erythrinus & Hoplerythrinus) als zusätz­li­ches Amungsorgan.

Viele Salmlerartige sind sehr far­ben­froh, viele auch silb­rig. Die größte Art ist der 1,40 Meter lange Hydrocynus goli­ath aus dem Kongo. Einige Arten blei­ben auch unter einer Länge von drei Zentimeter, die kleinste wird 13 mm lang.

Lebensweise

Viele Salmlerarten wer­den in der Literatur als Schwarmfische bezeich­net. Die meis­ten als Schwarmfische bezeich­ne­ten Salmlerarten zei­gen aber nur beim Auftreten einer ver­meint­li­chen Gefahr ech­tes Schwarmverhalten. salmler-Iguanodectes spOhne die­sen äuße­ren Einfluss wird die Schwarmformation zuguns­ten eines locke­ren Gruppenverbands mit einem bestimm­ten Individualabstand auf­ge­ge­ben. Dabei kön­nen vor­über­ge­hend Kleinstreviere gebil­det wer­den, die durch ein ritua­li­sier­tes Kampfverhalten ähn­lich dem von Buntbarschen abge­grenzt und ver­tei­digt wer­den. Dies und auch die gele­gent­lich zu beob­ach­tende Rangordnung set­zen vor­aus, dass sich Mitglieder unter­ein­an­der indi­vi­du­ell ken­nen, was nicht der ver­hal­tens­bio­lo­gi­schen Definition ech­ter Schwarmfische ent­spricht. Einer der weni­gen ech­ten Schwarmfische unter den Salmlern ist der Rotkopfsalmler (Hemigrammus bleheri).

Sie ernäh­ren sich als Fleisch‑, Alles- oder Pflanzenfresser. Zu den Fleischfressern gehö­ren die in grö­ße­ren Gruppen leben­den Piranhas, sowie lang­ge­streckte Raubfische, wie die Spindel- und Raubsalmler, die Amerikanischen und die Afrikanischen Hechtsalmler. Der Wimpelpiranha (Catoprion mento), Gnathodolus bidens und Probolodus hete­ros­to­mus sind Schuppenfresser. Die Distichodontidae-Gattungen Belonephago, Eugnathichthys, Ichthyoborus & Phago ernäh­ren sich haupt­säch­lich von den Flossen ande­rer Fische. Zu den Pflanzenfressern zäh­len der Schwarze Pacu, die Metynnis- und dieMyleus-Arten. Nur wenige Salmler betrei­ben Brutpflege, der Laich wird meist in Pflanzen abge­setzt. Einige Salmlerartige kön­nen akus­tisch, mit Tönen, die durch die mit Hilfe von Trommelmuskeln in Vibrationen ver­setzte Schwimmblase erzeugt wer­den, mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Die chor­ar­ti­gen Laute der Prochilodus kön­nen auch außer­halb des Wassers wahr­ge­nom­men wer­den und die­nen ein­hei­mi­schen Fischern zum Auffinden der Schwärme.

 

Fotos unter Lizenz CC BY-SA 3.0:
Gnathocharax-stein­dach­neri und Iguanodectes sp Autor Clinton+Charles Robertson
Pristella maxil­la­ris — Autor Richard Bartz
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