Hyphessobrycon cal­lis­tus

Der Blutsalmler (Hyphessobrycon eques, Syn. H. cal­lis­tus, H. ser­pae), auch fälsch­lich Serpasalmler genannt, ist eine im Amazonasbecken, unte­ren Río Paraguay, Rio Guaporé, obe­ren Río Paraná und Nebenflüssen des Río Uruguay im süd­li­chen Brasilien, Bolivien, Paraguay und Argentinien behei­ma­tete Salmlerart. In Französisch-Guayana wurde der Fisch vom Menschen eingeschleppt.

Merkmale

Seinen Namen ver­dankt der Blutsalmler der röt­li­chen Grundfarbe sei­nes Körpers. Sein Körper ist gestreckt, mäßig hoch­rü­ckig und seit­lich stark abgeflacht.
Weibchen sind hoch­rü­cki­ger. Der Blutsalmler wird vier Zentimeter lang. Neben der röt­li­chen Grundfärbung weist die Art einen trop­fen­för­mi­gen, schwar­zen Schulterfleck auf, der bei älte­ren Tieren aller­dings ver­blas­sen kann. Die Rückenflosse ist an der Basis rot, im Übrigen schwarz mit einem wei­ßen obe­ren Rand, die Afterflosse ist rot mit brei­tem, schwar­zen Rand. Ihre ers­ten Flossenstrahlen sind weiß. Die übri­gen Flossen sind rot.

Die Prämaxillare besitzt zwei Zahnreihen, die innere besteht aus fünf drei- oder vier spit­zi­gen Zähnen. Auf der kur­zen Maxillare ste­hen zwei bis drei drei­spit­zige Zähne sehr dicht beieinander.

Lebensweise

Hyphessobrycon eques bewohnt bevor­zugt unbe­schat­tete, see­ar­tige Gewässer und Bäche aus­ge­dehn­ter, sump­fi­ger Überschwemmungsgebiete. Er lebt dort in der Uferzone in der Nähe üppi­ger Pflanzenbestände häu­fig in der Randzone wo die Wasseroberfläche weit­ge­hend frei von Pflanzen ist. Bei Gefahr flüch­tet er sofort in die dichte Vegetation.

BlutsalmlerpH-Wert-Messungen an ver­schie­de­nen Fundorten zeig­ten saure bis leicht alka­li­sche Reaktionen (5,5 — 7.6), Werte für die Karbonathärte unter­halb der Nachweisgrenze bis hin zu Werten um 7 °dH sowie Leitfähigkeitswerte zwi­schen 10 und 240 µS/cm.

Blutsalmler besit­zen eine große Temperaturtoleranz. Während Temperaturmessungen der tro­pi­schen Gewässer meist Werte zwi­schen 24 und 30 °C zeig­ten, wurde an einem Fundort in Argentinien im Winter (der Südhalbkugel) eine Wassertemperatur von nur 6,3 °C gemessen.

Übersicht 
SynonymeHyphessobrycon cal­lis­tus
Hyphessobrycon serpae
Hyphessobrycon eques
FamilieEchte Salmler (Characidae)
VerbreitungBrasilien, Kolumbien, Peru, Paraguay
Fischgrößeetwa 4 cm
HaltungIm klei­nen Schwarm
BeckenBecken ab 100 Liter
Wasser22 ‑28°C
pH 6−7,5
Härte bis 2 – 15°dGH
FutterLebendfutter, Frost‑, Flockenfutter
SonstigesÜberbesatz ver­mei­den.

Aquaristik

Normalerweise ist die Pflege des Blutsalmlers im Gesellschaftsbecken unpro­ble­ma­tisch, auch wenn er im Vergleich zu ande­ren Arten der Gattung Hyphessobrycon nicht immer fried­lich ist und gele­gent­lich deut­li­che, inner­art­li­che Aggressionen zeigt. Schwächere Artgenossen kön­nen ange­fres­sen wer­den, Augen infolge von Raufereien ver­lo­ren gehen. Der Grund kann in nicht aus­rei­chen­der Ernährung lie­gen oder die Folge von Überbesatz sein, da Blutsalmler zwar gesel­lige Gruppentiere sind aber gleich­zei­tig eine Mindestdistanz zu Artgenossen benötigen.

Die meis­ten in den Aquaristikfachhandel kom­men­den Tiere stam­men aus deut­schen Nachzuchten oder Asien-Importen. Es exis­tie­ren etli­che Zuchtformen, die sich in den Rottönen oder der Zeichnung unter­schei­den. Sie wer­den unter Handelsnamen geführt.

 

Quellen: Foto (bear­bei­tet) — Merlin Senger Lizenz GNU

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