Die Aquaristik ist ein sehr schö­nes Hobby, für viele eine Leidenschaft. Es han­delt sich jedoch auch um einen Kostenfaktor. Vielleicht auch des­we­gen, ganz gewiss jedoch wegen ihrer Schönheit, haben viele Aquarianer klei­nere Wirbellosenbecken, in denen Garnelen über­wie­gen. Diese ver­tra­gen sich sehr gut mit Schnecken.

Es gibt ganz ver­schie­dene Arten Garnelen für das Süßwasserbecken. Ganz kleine, wie die Weißperlen Garnele oder die Rosenberggarnele, die auf über 30 cm her­an­wach­sen kann. Dann gibt es die wei­den­den Garnelen, die gerne zur Futterstelle lau­fen oder auch das ganze Becken nach Aufwüchsen auf den Oberflächen absu­chen. Fächergarnelen set­zen sich hin­ge­gen in die Strömung und fil­tern das Wasser, wel­ches des­we­gen auch Schwebstoffe und eine Strömung ent­hal­ten muss.

Neben die­sen Kriterien gibt es die Vermehrungstypen. Meerwassergarnelen ver­meh­ren sich im Meerwasser. Bei Süßwassergarnelen gibt es jedoch den ein­fa­chen und den fort­ge­schrit­te­nen Vermehrungstyp. Beim ein­fa­chen Vermehrungstyp trei­ben die Larven bis in das Mündungswasser der Flüsse, in Brackwasser also. Die Larven wan­dern zuerst Richtung Meer zum Brackwasser und dann wie­der Flussaufwärts in das Süßwasser. Beim moder­nen Fortpflanzungstyp trägt das Weibchen die Eier so lange, bis die voll ent­wi­ckel­ten Garnelenlarven schlüp­fen, die dann nicht mehr auf das Brackwasser ange­wie­sen sind.

Viele Garnelenarten kön­nen in klei­nen Becken gehal­ten wer­den. Vielfach wer­den sie jedoch in den grö­ße­ren Becken mit ande­ren Beckenbewohnern zusam­men gehal­ten, damit sie alles rei­ni­gen. Dann wäre es sinn­voll, wenn direkt Garnelen gewählt wer­den, die ent­we­der sehr viele Algenarten ver­til­gen, oder sich eif­rig ver­meh­ren. Eigentlich alle wei­den­den Garnelen wer­den im Becken nach Mulm, Aufwüchsen auf Flächen oder ande­rem Futter suchen und das Becken damit säu­bern. Aber einige Arten wie die Amanogarnele (für die Vermehrung auf Brackwasser ange­wie­sen) oder die leicht zu meh­rende Red Fire, die eben­falls flei­ßig Algen ver­tilgt, wer­den beson­ders gerne gehal­ten. Die Amanogarnele ver­zehrt auch viele Fadenalgen, bei denen die meis­ten Garnelenarten pas­sen müs­sen, wes­we­gen sie die uni­ver­sale Garnele gegen Algen im Aquarium ist.

Garnelen wer­den also nur bei­gefüt­tert

Es gibt im Handel eine große Auswahl an hoch­wer­ti­gem Garnelenfutter, wel­ches häu­fig auf der beson­ders wert­vol­len Spirulina Alge basiert. Garnelenfutter soll zum über­wie­gen­den Teil pflanz­li­chen Ursprungs sein, wohin­ge­gen Fischfutter häu­fig mit tie­ri­schen Proteinen ange­rei­chert wird. Aber auch das Garnelenfutter darf nur sehr spar­sam ver­wen­det wer­den. Gerade die Zwerggarnelen haben nicht viel Körpermasse, sowie sie nicht viel Energie ver­bren­nen.

Weidende Garnelen suchen jeden Tag meh­rere Stunden im Mulm oder dem Bodengrund nach Kleinstlebewesen. Sie wei­den die Oberflächen von Steinen oder Pfanzenblättern ab und säu­bern diese damit zugleich. Garnelen suchen zudem im Moos nach Kleinstlebewesen. Auch Futterreste ande­rer Tiere wer­den durch Garnelen ver­tilgt. Sie fin­den also schon einen Großteil ihrer Nahrung im Becken. Garnelenfutter soll damit also sehr knapp gege­ben wer­den. Wenn die Garnelen ihre Portion nicht inner­halb von Stunden ver­til­gen, sol­len sie beim nächs­ten Mal weni­ger erhal­ten. Viele Garnelen neh­men die Futterbrocken, tra­gen sie von der Futterschale weg und ras­peln diese, womit nur ein Teil gefres­sen wird. Wenn der Großteil vom Futter in den Bodengrund absinkt, dann wird er hier mit Pech anae­rob zer­setzt. Es ent­ste­hen also Faulgase, im schlimms­ten Fall kann einem das ganze Becken umkip­pen. Weniger ist also mehr.

Wer einige kleine Garnelen (eigent­lich alle Garnelen kön­nen nur ab einer gewis­sen Anzahl der glei­chen Art gehal­ten wer­den) füt­tert, der muss sein Garnelenfutter erst ein­mal pas­send dosie­ren.

Frisches Futter ist Trumpf

Auch wenn Garnelen nur sehr wenig fer­ti­ges Garnelenfutter benö­ti­gen, so haben sie doch sehr hohe Ansprüche an ihr Futter. Erbsen ohne Schale, Blattspinat, Feldsalat, Paprika ohne Schale oder Mangold kön­nen über­brüht und dann in klei­nen Mengen in das Becken gege­ben wer­den. Die Reste sol­len noch am glei­chen Tag wie­der ent­fernt wer­den. Fächergarnele an einer PflanzeGetrocknete Hokkaidokürbisse ohne Schale kön­nen eben­falls in das Becken gege­ben wer­den. Ein paar Gemüsearten wie Möhren, Tomaten, Rosenkohl, Gurken oder Kartoffeln dür­fen nach einem Überbrühen nur knapp gege­ben wer­den und müs­sen schnell wie­der ent­nom­men wer­den, da sie das Wasser stark belas­ten kön­nen. Obst, wel­ches viel Zucker ent­hält, darf eben­falls nur in ganz klei­nen Mengen gege­ben wer­den. Viele ver­zich­ten also auf Obst oder bedenk­li­ches Gemüse für die Garnelenfütterung. Garnelen, die regel­mä­ßig fri­sches Futter erhal­ten, sind zugleich auch vita­ler.

Für mehr Aufwuchs sor­gen: Laub

Süßwassergarnelen in ihren ange­stamm­ten Gewässern wei­den Laub ab, wel­ches im Herbst in die Flüsse weht. Zum einen bil­det sich auf dem Laub schnell ein Biofilm, zum ande­ren zer­setzt die­ses sich mit der Zeit und kann dann gefres­sen wer­den. Deswegen dür­fen ein paar Laubblätter im Garnelenaquarium nicht feh­len, viel mehr sol­len es jedoch auch nicht sein. Seemandelbaumblätter haben wegen ihrer Inhaltsstoffe eine beson­ders posi­tive Wirkung auf das Aquarium, da sie keim­tö­tend wir­ken. Aber auch hei­mi­sche Laubblätter sowie Erlenzapfen geben Gerbstoffe an das Wasser ab, womit die Keimdichte abnimmt. Das ist im Garnelenbecken sehr wich­tig, weil Garnelen emp­find­lich sind.

Etwas Laub im Garnelenbecken wird also auch die Wasserqualität ver­bes­sern und der Gesundheit der Garnelen zugute kom­men. Wenn das Laub nicht noch am glei­chen Tag wie­der ent­fernt wird, dann darf es sich nur um bereits abge­stor­be­nes Herbstlaub han­deln. Dieses darf aber noch nicht zu lange am Boden lie­gen, da es sich dann zer­setzt. Gehaltvoll ist das Laub von vie­len Kernobstbäumen, Wallnuss- oder Haselnussbäumen, Eichen, Erlen, Buchen, Birken und ande­ren Laubbäumen dann, wenn es kom­plett abge­stor­ben ist, aber erst gerade vom Baum fällt oder noch mit letz­ter Kraft am Zweig hängt. Laub vom Boden soll in jedem Fall über­brüht wer­den, bevor es in das Becken gege­ben wird. Gezupftes Herbstlaub könnte auch so in das Becken gege­ben wer­den. Wer im Herbst viel Laub sam­melt, der soll es in der Wohnung noch ein­mal nach­trock­nen und erst dann alles in einem Karton ein­la­gern. Alternativ kann Laub im Internet oder im Aquariumfachhandel gekauft wer­den.

Weiterhin muss beach­tet wer­den, dass das Laub  irgend­wann im Becken aus­ein­an­der fällt und dann in den Boden ein­sinkt. Es wird von Bakterien zer­setzt. Geht die­sen der Sauerstoff aus, setzt wie­der die anae­robe Zersetzung ein, die Faulgase frei setzt. Deswegen soll man den Punkt abpas­sen, an dem das Laub beginnt, sich zu zer­set­zen, um es aus dem Becken zu neh­men. Wenn kleine Reste im Becken blei­ben, ist das nicht schlimm. Wenn jedoch stän­dig Laub in das Becken gege­ben wird und zum Großteil in die­sem bleibt, wird das nicht lange gut gehen.

Für mehr Aufwuchs sor­gen: Steine

Wichtig ist, dass Steine ver­wen­det wer­den, die nicht kalk­hal­tig sind. Würde der pH Wert im Becken stei­gen, kann das Algenblüten begüns­ti­gen sowie den Tieren scha­den. Kalk- und Schadstofffreie Steine wären hin­ge­gen sehr gute Algenweiden. Diese wer­den in einer Wasserschale auf die Südseiten-Fensterbank gestellt, bis sie grün über­wu­chert sind. Nun kann immer einer der Steine in das Aquarium gege­ben wer­den. Die Garnelen wer­den es lie­ben, diese Steine abzu­wei­den.

Extrem wich­tig

Ob man Laub sam­melt, Steine in das Aquarium legt oder auch Gemüse an die Garnelen ver­füt­tert: Es han­delt sich um sehr emp­find­li­che Tiere, die Giftstoffe nicht ver­tra­gen. Das Laub oder Gemüse darf keine Pestizide ent­hal­ten. Man würde also nicht im Industriegebiet oder an der Schnellstraße, son­dern auf dem Land im Wald Laub sam­meln. Das Gemüse soll zur Sicherheit immer das Bio-Siegel tra­gen oder aus dem eige­nen Öko-Garten stam­men.

Weiterhin kann man nicht ein­fach dre­cki­ges Laub, schmut­zige Steine oder erdige Dekowurzeln in das Aquarium geben, ohne auf die Hygiene zu ach­ten. Steine und Wurzeln kön­nen nach einem Säubern gekocht oder im Backofen geba­cken wer­den, damit wirk­lich alle Keime abster­ben. Dreckiges Laub kann mit Wasser gewa­schen und dann getrock­net wer­den. Bevor es in das Becken gege­ben wird, kann es zur Sicherheit über­brüht wer­den. Mit dem Überbrühen wird das Laub im Aquarium auch schnel­ler zum Beckenboden sin­ken. Ansonsten schwimmt es für ein bis zwei Tage an der Wasseroberfläche und sinkt nicht an die Wunschstelle im Becken ab.

 

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Zuletzt aktua­li­siert am 23. März 2019 um 15:56 . Wir wei­sen dar­auf hin, dass sich hier ange­zeigte Preise inzwi­schen geän­dert haben kön­nen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Ein Gastbeitrag von Robert Brungert, www.gartenteich-ratgeber.com