Puntigrus cf. tetra­zona

Die Sumatrabarbe oder Viergürtelbarbe (Puntigrus cf. tetra­zona) ist ein wis­sen­schaft­lich unbe­schrie­be­ner Süßwasserfisch in der Ordnung der Karpfenartigen mit unbe­kann­ter Verbreitung in Südostasien. Vermutlich wurde die echte Puntigrus tetra­zona noch nie importiert.

 MerkmaleSumatrabarbe

Die Sumatrabarbe ver­fügt über einen hoch­rü­cki­gen, seit­lich stark zusam­men­ge­drück­ten und bis auf den Kopf voll­stän­dig beschupp­ten Körper. Die höchste Körperstelle liegt zwi­schen dem Ansatz der Rückenflosse und dem hin­te­ren Ende der Bauchflossen. Das aus nur acht bis neun Poren bestehende Seitenlinienorgan ist unvoll­stän­dig; es beginnt am obe­ren Rand der Kiemendeckel und endet bereits in der drit­ten Körperbinde, ober­halb der Afterflosse. Die Grundfarbe ist ein bis zu oliv­far­be­ner Tönung vari­ie­ren­des Beige. Die Bauchseite ist zwi­schen dem Ende der Kiemendeckel und dem Ansatz der Bauchflossen hell­beige bis hell­silb­rig. Die mar­kan­ten Schuppen sind dun­kel­braun bis schwarz gesäumt. Vier breite, ver­ti­kale Bänder umschlie­ßen den Körper, sind in der Regel schwarz, kön­nen aber auch grün­me­tal­lisch glän­zen. Das erste ver­läuft über die Augen, das zweite liegt unmit­tel­bar vor Rücken- und Bauchflossen, das dritte ist eine Fortsetzung der Rückenflossenfärbung und reicht bis in die Afterflosse, das letzte umringt den Ansatz der Schwanzflosse.

Die Brustflossen sind rot, sel­ten trans­pa­rent und der erste Hartstrahl kann rot sein. Die Bauchflossen sind rot und trans­pa­rent oder schwarz gesäumt. Der Ansatz der Afterflosse ist wie die Körperbinden gefärbt, der hin­tere Teil trans­pa­rent, röt­lich oder rot. Die homo­cerke (äußer­lich sym­me­trisch) Schwanzflosse ist gega­belt und trägt an ihrem obe­ren und unte­ren Rand einen ver­schie­den inten­si­ven roten Saum. Die Farbe der steil anstei­gen­den, rela­tiv hohen Rückenflosse ent­spricht der der Körperbinden und trägt einen brei­ten roten Saum. Das Auge ist dun­kel pig­men­tiert. Der Kopf ein­schließ­lich der Lippen des end­stän­di­gen Mauls kön­nen rot sein; die Oberlippe trägt ein kur­zes fädi­ges Bartelpaar. Männchen errei­chen eine Gesamtlänge von fünf, Weibchen von höchs­tens sie­ben Zentimeter.

Verbreitung

Nur zwei seriös belegte Vorkommen sind bekannt, in Singapur und dem Gunung Pulai Recreational Forest in dem malai­ischen Bundesstaat Johor im Süden der malai­ischen Halbinsel. Alle ande­ren Verbreitungsdaten in der popu­lä­ren und wis­sen­schaft­li­chen Literatur beru­hen auf Verwechslungen mit ande­ren Arten oder sie basie­ren, wenn sie jün­ge­ren Datums sind, auf den Folgen der in Südostasien weit ver­brei­te­ten Aquarienfischzucht. Auf der großenSunda-Insel Sumatra kommt die Sumatrabarbe nicht vor.

Übersicht 
SynonymePun­ti­grus cf. tetrazona
FamilieKarpfenartige (Cyprinidae)
VerbreitungSüdostasien, Sumatra
Fischgrößeetwa 7 cm, Männchen sind kräf­ti­ger gefärbt und schlanker
HaltungIn Gruppen ab 10 Tieren
BeckenBecken ab 80cm Länge
locker bepflanzt.
Wasser24 ‑26°C
pH 6,5−7,0
Härte bis 12°dGH
FutterAllesfresser, Lebend‑, Frost‑, Flockenfutter
SonstigesGut für Anfänger geeignet

Systematik

2007 wurde für die Aquaristik erst­mals lebend eine quer­ge­streifte Barbe von Borneo nach Deutschland impor­tiert, die über voll­stän­dig schwarz gefärbte Rücken‑, After- und Bauchflossen ver­fügt. Axel Zarske, Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, bestimmte die­sen Fisch als Puntius tetra­zona, von dem man nun weiß, dass er auf Sumatra und Borneo vor­kommt. Zarske ver­glich nun alle bis­her bekann­ten quer­ge­streif­ten Barben und stellte abschlie­ßend fest, dass die Sumatrabarbe kei­ner wis­sen­schaft­lich bereits beschrie­be­nen Art zuge­ord­net wer­den kann.

Aufgrund ihrer Ähnlichkeit und jahr­zehn­te­lan­gen Verwechslung mit Puntius tetra­zona, wurde die Sumatrabarbe als Puntius cf. tetra­zona bezeich­net (cf.:das latei­ni­sche Verb con­ferre bedeu­tet „zusam­men­tra­gen“). Im November 2013 ord­nete der schwei­zer Ichthyologe Maurice Kottelat alle süd­ost­asia­ti­schen „Tigerbarben“ der neu auf­ge­stell­ten Gattung Puntigrus zu.

Bedeutung für den Menschen

Seit ihrer Ersteinfuhr nach Europa, sehr wahr­schein­lich 1933 durch die Importfirma Otto Winckelmann, Hamburg-Altona, ist die Sumatrabarbe einer der welt­weit am häu­figs­ten gehan­del­ten Aquarienfische. In Südostasien (Thailand, Malaysia, Singapore), den USA, Kanada, Israel und Tschechien wird sie zu die­sem Zweck mil­lio­nen­fach ver­mehrt. Je nach Zuchtstamm und ‑methode vari­ie­ren die Intensität der Körperfarben und die erreich­bare Gesamtlänge. Das Erscheinungsbild ist aber immer unver­kenn­bar. Es gibt unter ver­schie­de­nen Handelsbezeichnungen flä­chig grün gefärbte („Mossgrünbarbe“), leu­cis­ti­sche („Hong-Kong-Barbe“), albi­no­ti­sche und xan­tho­ris­ti­sche Zuchtformen und dar­über hin­aus Bastarde die­ser Zuchtformen mit der Ursprungsart sowie eine leu­cis­ti­sche Variante ohne Kiemendeckel.

Aquaristik

Sehr leb­haf­ter und ver­spiel­ter Schwarmfisch. Keine beson­de­ren Ansprüche an die Wasserwerte. Durch sei­nen Spieltrieb beläs­tigt er oft andere Fische. Daher nicht nicht Fischen ver­ge­sell­schaf­ten, die lang aus­ge­zo­gene Flossen besit­zen (Guppys, Kampffische, Fadenfische, Skalare). Gut für Anfänger geeignet.

 

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