Trichogaster lee­rii

Mit einer Gesamtlänge von bis zu zwölf Zentimeter ist der Mosaikfadenfisch der kleinste unter den vier Arten “öst­li­cher Fadenfische”. Weibchen ver­fü­gen über eine sil­ber­graue Kehl- und Bauchregion, eine kurze Rückenflosse sowie über gerun­dete Rücken- und Afterflossen. MosaikfadenfischDie Schuppen sind silb­rig mit einer brau­nen Umrandung. Von der Bauchlinie zum Rücken hin nimmt die Stärke die­ser Umrandung zu, so dass ein Farbverlauf von hell (Bauch) zu dun­kel (Rücken) erreicht wird. Dieses waben­ähn­li­che Muster, das einem perl­mutt­ar­tig glän­zen­den Mosaik ähnelt, setzt sich in den unpaa­ri­gen Flossen fort. Von der Schnauzenspitze bis zum Ansatz der Schwanzflosse ver­läuft ein unre­gel­mä­ßi­ges dun­kel­brau­nes Band. Auch das Männchen ver­fügt über diese Grundfärbung. Aber die Schuppen kön­nen zwi­schen silb­rig und einem hel­len Blau reflek­tie­ren. Seine Kehle, die zu den namens­ge­ben­den Fäden umge­stal­te­ten Bauchflossen, der Bauch selbst und der hart­strah­lige Teil der Afterflosse sind inten­siv rotorange gefärbt. Die Rückenflosse ist län­ger als beim Weibchen und kann bis an den Anfang der Schwanzflosse rei­chen. Außerdem wach­sen die Weichstrahlen der unpaa­ri­gen Flossen faden­ar­tig aus, wodurch die Flossenfläche grö­ßer erscheint. Auch in die­sen Flossenverlängerungen setzt sich die Musterung fort.

Übersicht 
VerbreitungMalaysia, Thailand
Fischgrößebis 12 cm
Haltungam bes­ten paarweise, 
BeckenBeckengröße ab 100 Liter
Wasser24 — 28°C
FutterAllesfresser, Flockenfutter, Lebendfutter

Haltung

Das Aquarium sollte mit hoch­wach­sen­den Pflanzen gut bepflanzt sein und auf jeden Fall über eine Abdeckung ver­fü­gen. Das ist wich­tig, da die Fische nach Luft schnap­pen und sich mit einer Abdeckung die Luft über dem Wasser erwärmt. Das Becken sollte auch min­des­tens 150 Liter fas­sen. Eine Schwimmpflanzendecke begüns­tigt die Paarungsbereitschaft. Bei einem zu klei­nen Becken kön­nen die Fische aggres­siv gegen Artgenossen werden.

Fortpflanzung

Fortpflanzungsfähige Männchen ver­tei­di­gen ein Brutrevier, in des­sen Zentrum sie ein Schaumnest errich­ten, das aus­schließ­lich aus mit einem im Mund gebil­de­ten Sekret umman­tel­ten Luftblasen besteht. Das Schaumnest reicht nur wenig über die Wasseroberfläche, kann aber, weil das Männchen auch wäh­rend der Brutpflege daran wei­ter baut, einen große Fläche (30 cm² und dar­über) ein­neh­men. Mit einem erfolg­reich umwor­be­nen laich­be­rei­ten Weibchen erfol­gen Eiablage und Befruchtung nach einem ritua­li­sier­ten Verhalten aus Umschlingungen unter dem Schaumnest. Die leich­ten Eier schwe­ben zur Wasseroberfläche und wer­den vom Männchen mit dem Maul ein­ge­sam­melt und an einer Stelle unter dem Nest zusam­men­ge­führt. Die Eientwicklung dau­ert ein bis ein­ein­halb Tage, dann schlüp­fen die mit einem gro­ßen Dottervorrat aus­ge­stat­te­ten Larven. Wenn sie nach zwei bis vier Tagen das Nest ver­las­sen, endet die aus­schließ­lich von Männchen betrie­bene Brutpflege. Zwei Beobachtungen zum Fortpflanzungsverhalten unter­schei­den Mosaikfadenfische von allen ande­ren Fadenfischen. Jörg Vierke und Robert Donoso-Büchner beschrei­ben über­ein­stim­mend, dass man­che Männchen mit dem Mund Sand auf­neh­men und in ihr Schaumnest spu­cken. Der Sand rie­selt zu Boden und bil­det unter dem Schaumnest einen klei­nen Hügel. Der Diplom-Biologe Dieter Vogt berich­tet, dass Mosaikfadenfische in Aquarienfischzüchtereien in Malaysia in völ­li­ger Dunkelheit gezüch­tet wer­den. Die Fische lai­chen in gro­ßen Wannen mit nie­de­rem Wasserstand, in die Bananenblätter gelegt und die mit dunk­ler Folie voll­stän­dig abge­deckt werden.

Ökologie

Da alle Fadenfische in Südostasien rela­tiv wich­tige Speisefische sind, wur­den sie bereits vor ihrer wis­sen­schaft­li­chen Entdeckung von Menschen aus­ge­brei­tet. Ihre ursprüng­li­chen Verbreitungsgebiete sind des­halb nicht mehr fest­stell­bar. Das gilt auch für den Mosaikfadenfisch, der heute auf den gro­ßen Sunda-Inseln Borneo und Sumatra sowie im süd­li­chen Teil der malai­ischen Halbinsel ver­brei­tet ist. Dort bewohnt er die fla­chen Zonen ste­hen­der und lang­sam flie­ßen­der, kla­res, wei­ches und leicht sau­res Wasser füh­ren­der Gewässer, die ent­we­der durch Ufervegetation beschat­tet oder dicht ver­krau­tet sind. In Kulturgewässern (Reisfeldern und Bewässerungssystemen) fin­det man den Mosaikfadenfisch, im Gegensatz zu sei­nen Schwesterarten, sel­ten. Mosaikfadenfische ernäh­ren sich von Weichtieren, Kleinkrebsen, Insekten und deren Larven.

Bedeutung für den Menschen

Lebende und frisch­tote Mosaikfadenfische gehö­ren in ihrer Heimat zum täg­li­chen Angebot auf den Fischmärkten. Seit der Ersteinfuhr nach Europa (1933 durch den Zuchtbetrieb Härtel, Dresden) sind Mosaikfadenfische beliebte und ver­brei­tete Aquarienfische. Sie wer­den im Zoofachhandel regel­mä­ßig ange­bo­ten. Vermarktet wer­den aus­schließ­lich Nachzuchten aus Südostasien (Thailand, Malaysia, Singapur). Gelegentlich wer­den sehr große, beson­ders far­ben­präch­tige Exemplare gehan­delt. Diese Fische sind mit Wachstumshormonen behan­delt und nicht fruchtbar.


Quellen: Foto — Alex­an­der Sie­ring unter GNU­Li­zenz
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