Viele Anfänger- Aquarianer wol­len ein Aquarium um schöne Fische zu hal­ten und set­zen nur ein paar Pflanzen mit ein, da diese mit dazu gehö­ren und alle es so machen. Wer jedoch etwas erfah­re­ner ist, weiß, wie wich­tig Pflanzen für die Aquaristik sind. Sie bie­ten Jungtieren oder auch adul­ten Tieren eine Versteckmöglichkeit, sie die­nen als Laichmöglichkeit, als Nahrung und sie haben sehr wich­tige Funktionen für die Wasserqualität. Algen sind im Aquarium im gerin­gen Maße nütz­lich und ent­ste­hen von alleine aber zu viele Algen oder die fal­schen Algen sind nicht nur häss­lich son­dern auch schäd­lich und kön­nen die Becken im schlimms­ten Fall umkip­pen las­sen. Werden jedoch viele schnell wach­sende Pflanzen gesetzt, zie­hen diese die Nährstoffe aus dem Wasser und rau­ben den Algen die Lebensgrundlage. Die Algen gibt es immer im leben­den Aquarium, sie wer­den dann jedoch nicht zur Plage.

Aquariumpflanzen rich­tig pfle­gen

Zu den Klimawerten im Becken müs­sen natür­lich die rich­ti­gen Pflanzen gewählt wer­den. Es gibt Artenbecken mit sehr har­tem oder wei­chen Wasser, in dem nur wenige Pflanzen oder keine wach­sen, aber in der Regel kann jedes all­täg­li­che Aquarium begrünt wer­den. Es gibt jedoch ein grund­le­gen­des Problem im Aquarium: Die tie­ri­schen Bewohner oder auch Bakterien schei­den große Stickstoff- und Nitratmengen aus. Viele Algen fin­den so sehr gute Grundlagen. Für Aquarienpflanzen ist es jedoch unzu­rei­chend, da viele Spurenelemente feh­len und ohne diese kein üppi­ges Wachstum statt­fin­den kann. Deswegen ist es wich­tig, einen hoch­wer­ti­gen Dünger für Aquarienpflanzen zu ver­wen­den. Diese bie­ten immer sehr wenig Stickstoff aber alle ande­ren nöti­gen Nährstoffe sind vor­han­den und somit wach­sen die Pflanzen und sau­gen den Stickstoff und die Nitrate aus dem Beckenwasser. Die Algen kön­nen nicht mehr eine grüne Suppe aus dem Wasser bil­den. Die Wasserwerte mit gän­gi­gen Aquarianer- Teststreifen oder Testtropfen zu beob­ach­ten und die Härte, die Nährstoffbelastung, den CO² Wert und ande­res in Normbereichen zu hal­ten, ist immer eine Empfehlung.

Extrem wich­tig ist ein genü­gen­der aber nicht zu hoher Eisenanteil im Wasser mit 0,05 bis 0,2 mg/l. In Flüssigdüngern müsste das Eisen gebun­den vor­lie­gen und sich all­mäh­lich frei set­zen, da es ansons­ten oxi­diert, bevor es den Pflanzen wenig nut­zen kann. Es kann in der unters­ten Bodenschicht zudem Laterit Boden bei­gemengt wer­den, der viel Eisen ent­hält. 500 Gramm auf 200 Liter Beckeninhalt soll­ten genü­gen. Auch ansons­ten sollte auf die Qualität vom Bodengrund geach­tet wer­den. Hierbei kann der für die Pflanzen wich­tige Boden unter einer ande­ren Bodenschicht lie­gen. Es gibt Bodendünger, der zuge­ge­ben wer­den kann. Dieser kann jedoch bei fal­scher Dosierung nicht ein­fach kor­ri­giert wer­den und gibt die Nährstoffe nur für eine gewisse Zeit ab. Selbst wenn nur Pflanzen im Becken sind, muss den­noch ein regel­mä­ßi­ger Teilwasserwechsel erfol­gen. Ebenso wer­den wei­ter­hin die Umwälzpumpe mit Filter und Filterfließ zu einem guten Beckenklima ver­hel­fen. Wer doch häu­fi­ger Probleme mit Algen hat, kann zusätz­lich einen UV- Klärer ver­wen­den.

Aquarien soll­ten nicht ins Sonnenlicht gestellt wer­den, aber sie soll­ten beleuch­tet wer­den. Hier wer­den 0,3 Watt und 0,5 Watt für licht­hung­rige Pflanzen pro Liter mit einer geeig­ne­ten Beleuchtung von 4000 bis 8000 Kelvin emp­foh­len. Jedoch sollte das Becken nur 7 bis 9 Stunden am Tag beleuch­tet wer­den, da es ansons­ten den Algen zu sehr hilft und diese wie­der Oberhand gewin­nen kön­nen.
Sollten die Wasserpflanzen nur unge­nü­gend wach­sen aber all diese Punkte wären bereits bedacht, fehlt es ver­mut­lich an CO² im Wasser. Die Tiere und Bakterien ver­brau­chen Sauerstoff und sto­ßen CO² aus sowie das Wasser die­ses aus der Luft auf­nimmt aber mög­li­cher­weise ent­steht doch ein Mangel. Deswegen gibt es CO² Flaschen mit Druckminderer um pro 100 Liter 1 Gramm CO² pro Tag wäh­rend der Beleuchtungsphase abzu­ge­ben.

Alternativ kann ein „Carbo Plus“ mit Graphit Kohle betrie­ben wer­den. Durch Elektrolyse kann eine gewünschte CO² Menge ohne Druckflaschen frei gesetzt wer­den. Die Kohle kann leich­ter gela­gert wer­den als Flaschen und lässt sich sehr leicht wech­seln.

Fazit zu Aquarienpflanzen:

Auch wenn es dem Aquarianer um die Fische und ande­ren Tiere geht, gehö­ren für diese Pflanzen meist zu den wich­ti­gen Kriterien ihres Lebensraumes. Dabei geht es nicht immer um Schönheit son­dern um Funktion aber ein durch Pflanzen gut funk­tio­nie­ren­des Becken ist in der Regel das schö­nere. Auch unab­hän­gig von den Tieren wären gesund wach­sende Wasserpflanzen eine gute Vorbeugung gegen über­mä­ßi­gen Algenwuchs. Deswegen soll­ten in jedem Aquarium mit „nor­ma­len“ Klimabedingungen schnell­wach­sende Pflanzen inte­griert wer­den.

 

Ein Gastbeitrag von Robert Brungert, www.wirbellosen-aquarium.de