Gepunkteter Fadenfisch

Gepunkteter Fadenfisch - "Gold"

Trichogaster trichopterus

Der Gepunktete Fadenfisch (Trichogaster trichopterus), früher auch oft missverständlich Punktierter Fadenfisch genannt, ist ein Labyrinthfisch und der „Östliche Fadenfisch“ mit der weitesten Verbreitung in Südostasien.

Merkmale

Mit einer Gesamtlänge von bis zu 15 Zentimeter ist der Gepunktete Fadenfisch ein stattlicher Süßwasserfisch. In seinem beachtlichen Verbreitungsgebiet treten verschieden gefärbte und gezeichnete Erscheinungsformen auf. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung bezieht sich auf ein Exemplar aus „Indonesien“. Damit ist, unter Berücksichtigung der damaligen Verhältnisse, sehr wahrscheinlich die große Sundainsel Java gemeint.

Gepunkteter Fadenfisch - "Gold"
goldene Zuchtform, Männchen

Dort tragen die Gepunkteten Fadenfische eine blaugraue bis ockerbraune, vom Rücken zur Bauchlinie aufhellende Grundfarbe, auf der eine Reihe verschieden feiner wellenförmiger Vertikallinien den ganzen Körper überziehen. In der Körpermitte und auf dem Ansatz der Schwanzflosse liegt jeweils ein unregelmäßiger dunkelbrauner bis schwarzer Punkt. Die unpaarigen Flossen sind verschieden intensiv gepunktet. In der Schwanzflosse sind die Punkte perlmuttfarben, golden schimmernd oder auch bläulich. In derRückenflosse entsprechen sie weitestgehend der Körpergrundfarbe und im weichstrahligen Teil der langen Afterflosse sind die Punkte verschieden groß und gelb bis orangerot gefärbt. In diesem Farbton ist die Afterflosse auch gesäumt. Das Auge ist rot. Je nach anderer geographischer Herkunft ist die Grundfarbe gelblich bis blau, die Bänderung feiner oder breiter und mehr oder weniger wellenartig. Verschiedene Populationen des Gepunkteten Fadenfischs zeichnen sich also durch farbliche Unterschiede aus und attestieren dieser Art eine große Variabilität.

Ökologie

Gepunktete Fadenfische haben unter den „Östlichen Fadenfischen“ das größte Verbreitungsgebiet. Vorkommen sind auf praktisch allen großen und kleinen Sundainseln, auf der Malaiischen Halbinsel, in Singapur, Thailand, Vietnam, Laos, Kambodscha, Myanmar und auf der Insel Luzon (Philippinen) dokumentiert. Es ist heute nicht mehr nachvollziehbar, in welchem Umfang der Mensch Anteil an dieser ausgedehnten Verbreitung hat. Die große Anpassungsfähigkeit dieser Art spiegelt sich auch im Spektrum ihrer Lebensräume wider, denn sie besiedelt sowohl klassische Labyrinthfischbiotope (verkrautete flache Bereiche stehender oder langsam fließender natürlicher Gewässer, Reisfelder, Bewässerungssysteme und Teiche) als auch größere Bäche, Flüsse und Kanäle. Besondere Abhängigkeiten an die chemischen Eigenschaften des Wassers, scheinen nicht zu bestehen. Einige der Inselpopulationen zeigen sogar eine für Labyrinthfische erstaunliche Salinitätstoleranz, denn es gibt Nachweise aus demBrackwasser. Der Gepunktete Fadenfisch ist einer der am wenigsten spezialisierten Labyrinthfische und hierin liegt der Grund für seinen Ausbreitungserfolg. Zum ebenfalls breiten Nahrungsspektrum gehören Weichtiere, Insekten, Insektenlarven, Garnelen, Anfluginsekten und zu einem geringen Teil auch Algen und höhere Pflanzen.

Übersicht
VerbreitungSüdostasien - Malaysia, Thailand, Singapur. Sundainseln
Fischgrößebis zu 15 cm
HaltungAm besten paarweise. Wie bei allen Labyrinthfischen, das Becken abdecken. Hohe Pflanzen.
BeckenBeckenlänge ab 100 cm,
Wasserkeine besonderen Ansprüche
22 - 29°C
pH 6 -7,8 - Härte 4 bis 20°dGH
FutterAllesfresser.

Fortpflanzung

Mit einer Fläche von über 30 cm² und deutlich über die Wasseroberfläche gewölbt, errichten Männchen dieser Art die größten aller Fadenfisch-Schaumnester. Sie entstehen im Mittelpunkt des von fortpflanzungsfähigen Männchen besetzten Reviers, wo auch das auffällige Werben um laichbereite Weibchen erfolgt. Nach einer kurzen aber heftigen bis aggressiven Balz laicht das Paar unter dem Nest zwischen ein- und viertausend winzige Eier, die leichter als Wasser sind und deshalb allein in das Nest aufsteigen. DieBrutpflege des Männchens besteht zunächst in der Vertreibung des Weibchens und danach in der Nestverteidigung. Die sehr kleinen, mit einem großen Dottervorratausgestatteten Larven schlüpfen nach etwa einem Tag und verlassen bereits zwei bis drei Tage danach frei schwimmend den Nestbereich.

Aquarium

Idealerweise sollte man diese Fische paarweise halten. Manche verhalten sich Artgenossen gegenüber recht ruppig. Sonst jedoch und auch anderen Fischen gegenüber friedlich. Da die Fische zwischen 10 bis 15 cm Länge erreichen, sollte das Becken für ein Paar mindestens 100 Liter fassen. Ansonsten ist die Haltung problemlos.

Ich habe die Beobachtung gemacht, dass die goldene Zuchtform aggressiver gegen Artgenossen reagiert, als die Blaue. Das ist jedoch nicht repräsentativ und keinesfalls allgemeingültig.


Quellen: Foto – Winfried Dannenmann unter Lizenz CC BY-Sa 3.0
Der Artikel wurde erstellt und bearbeitet unter Benutzung von Wikipedia

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