Xiphophorus macu­la­tus

Der Platy oder auch Spiegelkärpfling (Xiphophorus macu­la­tus, lat. macu­la­tus – gefleckt) ist ein aus Mittelamerika stam­men­der Fisch aus der Familie der lebend­ge­bä­ren­den Zahnkarpfen. Er und seine zahl­rei­chen Zuchtformen erfreuen sich als Aquarienfisch gro­ßer Beliebtheit. Sein deut­scher Name ist eine Kurzform des ver­al­te­ten Gattungsnamens Platypoecilius (wört­lich etwa „Breitkärpfling“).

Vorkommen

Der Süßwasserfisch bewohnt die Gewässer Belizes, Guyanas, des öst­li­chen Mexiko und Honduras. Platy (Foto Marrabbio2)Als Hauptfundorte die­ser Tierart gel­ten die Flusssysteme des Rio Papaloapan und des Rio Coatzacoalcos. Bevorzugtes Habitat sind in Verbindung mit den gro­ßen Fließgewässern ste­hende fla­che und sump­fige Tümpel und Weiher mit einem pH-Wert von sie­ben bis acht und einer Temperatur zwi­schen 18 und 25 Grad Celsius. Die Ersteinführung nach Deutschland fand 1907 von den Vereinigten Zierfischzüchtereien Berlin-Conradshöhe durch Bertha Kuhnt statt.

Merkmale

Der gedrun­gene Körper des Platys ist hoch­rü­ckig und seit­lich abge­flacht. Die Männchen errei­chen eine Gesamtlänge von zwei bis vier Zentimeter und sind meist schlan­ker als ihre drei bis fünf Zentimeter lan­gen weib­li­chen Artgenossen. Die Farbgebung ist sehr varia­bel, meist ist die Grundfärbung ein gelb­li­ches Grau, das bei auf­tref­fen­dem Licht blau oder grün schim­mert. Männliche Tiere sind in der Regel inten­si­ver gefärbt als die Weibchen. Bei eini­gen Populationen sind die Körperseiten schwarz. Viele Formen sind an Bauch und Kehle hell­beige und zei­gen ein Muster schwar­zer und brau­ner Sprenkel und Flecken oder auch senk­rech­ter Streifen. Einige Populationen aus Belize sind orange oder rot. Meist ist am Ansatz der Schwanzflosse oben und unten je ein schwar­zer oder brau­ner Fleck oder die Flosse ist voll­stän­dig schwarz.

Zuchtformen

Bereits die Wildform des Platys ist in ihrer Farbgebung außer­or­dent­lich varia­bel. Durch die züch­te­ri­sche Nutzung erb­fes­ter Variationen und Kreuzungen mit demSchwertträger (Xiphophorus hel­le­rii) und dem Papageienkärpfling (Xiphophorus varia­tus) wur­den eine Reihe von Zuchtformen erzeugt, die sich in Färbung und Flossengestalt von der Stammform unterscheiden.

Verhalten

Der Platy ist gesel­lig und sollte im Aquarium nicht allein gehal­ten wer­den. Günstig ist ein “Überhang” von Weibchen. Um inner­art­li­che Aggressionen im Zaum zu hal­ten, soll­ten nicht nur 2 Männchen zusam­men gepflegt wer­den, da das schwä­chere Tier schon bald die Rolle des “Prügelknaben” ein­neh­men würde. Also ent­we­der nur ein Männchen mit meh­re­ren Weibchen, oder eine grö­ßere Gruppe bei­der Geschlechter.

Die Platys leben stand­ort­treu und ober­flä­chen­ori­en­tiert und bevor­zu­gen pflan­zen­rei­che, ste­hende oder schwach flie­ßende Gewässer.

Ernährung

Der Platy ist ein Allesfresser. Neben Anflugnahrung und Algen frisst er auch lebende oder abge­stor­bene Pflanzenteile, aber auch Insekten, Garnelen und Kleinstlebewesen, wie Wasserflöhe, Artemia und Cyclops.

Übersicht 
SynonymeXip­ho­pho­rus maculatus
Platypoecilus nigra
Platypoecilus pulchra
Platypoecilus rubra 
Familielebend­ge­bä­rende Zahnkarpfen (Poeciliidae)
VerbreitungGuyana, Mexiko, Honduras
FischgrößeMännchen 5 cm, Weibchen 6 cm
HaltungFriedlicher Fisch. Für Gesellschaftsbecken sehr geeignet. 
BeckenBecken ab 40 cm Länge
Bepflanzung mit Valliserien, Java-Farn.
Wasser20 ‑25°C
pH um 7
Härte bis 20°dGH
FutterAllesfresser, Lebend‑, Frostfutter, Trockenfutter, Tabs
SonstigesMöchte man alle Jungfische auf­zie­hen, muss man die hoch­träch­ti­gen Weibchen in ein sepa­ra­tes, gut bepflanz­tes Becken umset­zen. Im Gesellschaftsbecken wer­den die Jungfische gern gefressen.

Fortpflanzung

Der Platy gehört zur Gruppe der Lebendgebärenden Zahnkarpfen, d.h. die Männchen begat­ten die Weibchen mit dem Gonopodium, eine Umbildung der Afterflosse. Das Sperma bleibt im Weibchen meh­rere Wochen lang frucht­bar, sodass die­ses mehr­mals ohne wei­tere Begattung wer­fen kann. Allerdings wird “Frischsperma” in den meis­ten Fällen bevorzugt.

Das Balzverhalten ist weni­ger stark aus­ge­prägt, vor der Befruchtung treibt das Männchen das Weibchen, schwimmt län­gere Zeit neben ihm her, bis das Männchen akzep­tiert wird und das Weibchen sich begat­ten lässt.

Die Tragzeit dau­ert etwa 24 Tage. Eine Woche vor der Geburt ist ein dunk­ler Trächtigkeitsfleck am hin­te­ren Bauchraum zu sehen. Bei hel­len Tieren sol­len in spä­ter Schwangerschaft auch die Augen der Jungtiere im Mutterleib sicht­bar sein. Die Eier plat­zen im Moment der Geburt auf (Ovoviviparie). Pro Wurf kön­nen bis zu 80 rela­tiv große Junge gebo­ren wer­den, die kurz dar­auf frei­schwim­men und fres­sen, wohin­ge­gen die Larven vie­ler eier­le­gen­der Fische nach dem Schlupf erst einige Tage vor Ausbildung der Schwimmblase am Boden lie­gen und ihren Dottersack aufzehren.


 

Quellen: Foto — Marrabbio2 unter Lizenz CC SA-BY 4.0
Der Artikel wurde erstellt und bear­bei­tet unter Benutzung von Wikipedia